Mittendrin statt nur dabei

Hallo zusammen,
Es tut mir leid, kaum habe ich angefangen, entäusche ich auch schon meine treue und stetig wachsende Fangemeinde ( willkommen Follower3). Ihr seid sicher schon ganzgespannt, wie es am Sonntag wohl weitergegangen ist, nachdem ich total unterzuckert aus dem Bett gekrochen bin.
Es war wohl schon noch recht früh, denn einige Läden in der Strasse waren noch geschlossen. Allerdings haben wir einen kleinen Mexikanischen Imbiss entdeckt, bei dem wir mexikanisches Rührei bekommen haben. Einmal Huevos a la mexicana und einmal mit Chorizo. Dazu Kartoffeln und Tortillas. Schön war das!!! Vor allem auch, mal wieder spanisch zu sprechen, leider ist es schon viel zu lange her.

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Als wir gezahlt haben, hab ich dem Koch noch gesagt, wie sehr ich mich gefreut habe, wieder so zu frühstücken, weil ich seit knapp acht Jahren nicht mehr in den Genuss gekommen bin. Er hat sich so gefreut, dass er mir direkt erklärt hat, wie ich mein Frühstück auch selbst so hinbekommen kann:
Eier anbraten bis sie etwas fest werden, und gegen Ende erst Zwiebeln, Jalapeños und Tomaten dazugeben. Koriander und Salz natürlich nicht vergessen.
Super nett. Nur leider scheitert es bei mir  nie an den Eiern, sondern daran, frische Maistortillas zu finden.
Bis jetzt fand ich die Menschen hier grundsätzlich sehr hilfsbereit.
Anschliessend ging es dann zum Guggenheim Museum, um dort festzustellen, dass ca die zwei Drittel der Sammlung nicht da waren und der Hauptteil des Gebäudes (der runde Aufgang; Rotunde) geschlossen war. Dazu gibt es im Museum jedes Jahr einen Monat, in dem die Bilder aus dem dritten Stock abgehängt werden und stattdessen werden Kunstwerke von Grundschülern ausgestellt. Juhu. Ernsthaft, ein zwölftel des Jahres hängen Wasserfarben-Bilder im Guggenheim Museum. Zur gleichen Zeit sind einige der bekanntesten Werke weggesperrt oder auf Tour, so das am Ende nur noch ca 20 Bilder zu sehen sind. Hier noch ein Bild von der Rotunde. Insgesamt fand ich vor alem auch interessant zu sehen, wie klein das Guggenheim Museum eigentlich ist.
Es wirkt ein bisschen verloren zwischenden ganzen anderen Gebäuden in New York.

Der nächste Stop war dann das Metropolitan Museum of Art. Das war riesig!!!!!  Es befindet sich direkt ein paar Blöcke weiter südlich am Rand vom Central Park.
Ach ja, nur als Info am Rande: wir sind nicht komplett verbildet, aber der Besitz des New York Passes verplichtet schonauch. Wir hatten ganz klar gesagt, dass wir in den ersten Tagen in denen wir den Pass haben, so viel Kultur wie möglich reinpacken, und es dann etwas entspannter angehen werden.
Wir hatten auch nicht damit gerechnet, dass in den ersten drei Tagen durch das Memorial Day Weekend die Stadt derart überrannt wird. Ich habe nachgeschaut,  in allen New Yorker To Do Listen für den Memorial Day wir immer erwähnt,  dass man das WE ausserhalb der Statd verbringen soll. Entsprechend müsste man also davon ausgehen, dass die Stadt leer sein müsste. Wer rechnet denn auch damit, dass die USA auch aus Nicht-New Yorkern besteht  die diese Tage dafür nutzen, möglichst schnell, möglichst viel von dieser Stadt zu sehen.
Ok, zurück zum MET:  Nachdem wir die Karten geholt hatten, sind wir direkt in den nächst gelegenen Eingang rein. Dort wabbert eine Masse von Menschen in dunklen roten Räumen an irgendwelchen chinesischen Kleidern entlang. Die Kleider waren ganz schöne  und  mir ist auch eingefallen, dass ich neulich erst etwas zu dem grossen jährlich stattfindenden Promi-Ball gelesen habe, derzum Spendensameln für diese Ausstellung ausgetragen wurde.
ABER DIESE MENSCHEN! Ich wohne seit fast 4,5 Jahren in der Schweizer Idylle,  so viele Menschen wie in dem Moment sehe ich sonst in einem Jahr!

Als wir in ein halbwegs leeres Treppenhaus geflohen sind, haben wir uns entschlossen, den Rooftop Garden aufzusuchen. Es war angekündigt,  dass Pierre Huyghe den für eine temporäre Ausstellung gestalltet hat. Bei den zeitgenössischen Künstlern kenne ich mich eigentlich nicht aus, aber wenn man einmal im kölner Museum Ludwig eine Ausstellung gesehen hat, in der unter anderem zwischen mehreren verstörenden Filmen, Instalationen und einer echten Ameisenstrasse mitte im Museum ein Mensch mit leuchtender Pyramide als Maske rumlief und auch ein Hund mit einem pink eingefärbten Bein sich frei bewegen konnten, kennt man den Künstler. Daher wollt ich sehen, was davon in New York zu sehen ist. Diesbezüglich waren wir schon ein bisschen enttäuscht,  da recht wenig von ihm zu sehen (ehrlich gesagt ging es mir nur um den Hund, und der war nicht da).
ABER: stattdessen gab es eine absolut beeindruckende Aussicht über den Central Park und die Stadt. Allein dafür hat sich der Aufstieg gelohnt!!!

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Zurück im Museum haben wir und dafür entschieden, die ganzen Bereiche Volkerkunde auszusparen und sind zur Kunst gesprungen. Und plötzlich war es leer um uns herum. 

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Im Museum haben wir nur eine kurze Pause im Amerikanischen Café gemacht (es gibt Hasen, die laufen mit Durecell Batterien,  andere brauchen Kaffee) und trotzdem haben wir nicht mal den ganzen Kunstteil (was wohl ca ein Drittel des Museums ausmacht) gesehen, als wir zwanzig Minuten vorm Schliessen des Museums aufgefordert wurden, uns zum Ausgang zu begeben. Auf dem Weg dahin war ich recht erleichtert zu sehen, dass ich nicht die einzige war, die von der Orientierung in diesen vielen Räumen absolut überfordert war. In der grossen Halle liefen zwei Menschenströme genau entgegengesetzt zueinander. Der eine (incl. wir) in die richtige Richtung, der andere nicht.

Nach einem Schlenker durch den Central Park haben wir uns entschieden zur High Lane zugehen. Einer alten Hochbahnstrecke, die ursprünglich füe die Logistik des Industriegebiets gebaut wurde, aber dann wegen der Verlagerung des Transports auf LKWs nicht mehr genutzt wurde. Inzwischen gibt es also einen Park, der sich über den Strassen und durch Gebäude verläuft. Das ganze Viertel drumrum ist absolut sehenswert und die Stimmung ist super. Ab und zu ein paar Essensstände und unten drunter auch mal Life Musik.

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Auf der Suche nach einer Möglichkeit die Baterien aufzuladen (Hase: Kaffee; Pokpok: Tacos) haben wir dann festgestellt, dass anscheinend der normale Filterkaffee wieder im Kommen ist. Ich hatte auf Spiegel online vor einigen Monaten vom Air-Press Kaffee gelesen, für den es in Berlin auch Meisterschaften gibt und für den man ca 5 Euro pro Tasse zahlt. Und was macht man in New York? Man filtert.

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Den Sonnenuntergang konnten wir dann leider nicht geniessen, weil ein paar Wolken sich davor gedrückt haben. Sind dann stattdessen losgelaufen um zu schauen was im Blue Note gespielt wird. Für alle, die genauso ahnungslos sind wie ich es war: anscheinend ist das eine der bekanntesten Jazz Locations. Als wir dort waren wurde uns gesagt, dass es jeden Abend zwei Auftritte gibt, und der eine um 8 Uhr und der andere um 10:30 stattfindet. Blöd, wenn man um 8:40 ankommt. Für die erste Session lohnt sich derEintritt nicht und aufgrund von bösen Mächten (Jetlag) weiss man genau,  dass man nicht erst um eins zu hause sein möchte.

Hey, tolle Idee: stattdessen können wir ja zum Empire State Building gehen, ist ja in der Nähe… hmm, das schon, aber die Schlange war wieder so lang. Mist. Na dann vielleicht zum Rockefeller Center, die paar Blocks sind doch jetzt kein Problem…. oh, alle Karten für heute ausverkauft, man kann sich aber für Karten für einen anderen Tag in die Schlange stellen.
Inzwischen waren wir wirklich kaputt. Auf der Suche nach der Metro Haltestelle wurden wir dann nochmal um den ganzen Block gelotst. Mit Umsteigen und Sonntags- Fahrplan waren wir dann noch eine gefühlte Ewigkeit unterwegs. Zu Hause konnte ich dann auch nur ins Bett fallen und schlafen.

Ein Gedanke zu “Mittendrin statt nur dabei

  1. Sehr Aufregend! Ich frage mich was in die Kategorie Reiseberichte kommt, wenn im Allgemeinen Teil schon so viel gereist wird 🙂

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