Am zweiten Tag in Washington sind wir relativ früh aufgestanden. In die Wohnung würden wir erst am Abend gehen, daher blieben die im Hotel. Also raus aus dem Haus und in den ersten Bagel und Breakfast Laden rein. War ein kleiner Eckladen und so überfüllt, dass wir davon ausgingen, dass es gut sein wird. War zwar ok, aber auch vor allem fettig. Mit Eiern, Hash Browns und Bagel. Überfüllt sind wir anschliessend Richtung Metro gerollt, nur um 100 m weiter einen kleinen Farmers Markt zu entdecken. Und zwar keiner, der wöchentlich stattfindet, sondern ein kleiner Stadtteil Markt, bei dem das Viertel sich selbst gefeiert hat.
Waaaah. Die hatten so tolle Sachen. Selbstgemachtes Eis, Kuchen, Brotaufstriche, Gemüse, Brot und vieles vieles mehr. Ich war so satt und dem Hasen ging es nicht so gut, deshalb habe ich mich auf Fotos konzentriert. Nur habe ich verplantes Ding es geschafft, so rumzuzappeln, dass meine Sonnenbrille mir vom Kopf gerutscht ist. Mit meinen katzenhaften Reflexen habe ich es zwar geschafft sie in der Luft zu fangen, dabei ist allerdings mein Tablet auf den Boden gefallen. Und trotz Hülle sieht die eine Ecke jetzt nicht mehr so gut aus.
Bevor wir den Markt schweren Herzens verlassen haben, haben ich noch ein Strawberry Bread (ähnlich Muffin) gekauft. So ein Satt-Gefühl hält ja auch nicht ewig und dann muss man vorbereitet sein.
Auf dem Weg zur Metro kamen wir an einem Fahrradstand vorbei. Und haben uns bei dem tollen Wetter spontan entschlossen die Stadträder zu nehmen. Preis 8 USD Miete für 24 h. Trips von 30 Minuten sind umsonst und man darf so viele Trips innerhalb der Mietzeit machen, wie man will. Kommt man mal über 30 min, muss man nochmal 6 USD pro Rad zahlen. Sehr coole Sache, wenn man weiss, wo die nächste Fahrräderstation sind, an denen man das Fahrrad abstellen kann. Und bei der Station müssen dann auch gerade noch zwei Plätze frei sein. An einem sonnigen Sonntag kann das in Washington schon schwierig werden. Beim ersten Museum, dass wir besuchen wollten haben wir die Räder zwar irgendwo abgestellt, sind dann aber auf der Suche nach dem Museum nochmal 45 min umhergeirrt. Irgendwie war das Pokpok-Navi kaputt und war sich sicher, dass das Museum auf der falschen Strassenseite liegen soll. Nachdem wir total verwirrt einmal um die National Mall herumgelaufen sind, haben wir uns entschlossen, im Hirshhorn Museum für zeitgenössische und moderne Kunst zu starten, dort nach der eigentlichen Ausstellung nochmal genauso viel Zeit im Museumsshop zu verbringen und dann noch im angrenzenden Skulpturen Garten zu schlendern. Ein Hoch auf das verfressene Pokpok, dass in weiser Voraussicht das Strawberry Bread gekauft hat.
Anschliessend ging es zum National Gallery of Art, wo es nicht nur tolle Bilder gab, sondern auch das Gebäude an sich auch sehr einladend war.
. Leute gehen da teilweise einfach am Wochenende hin um die Ruhe zu geniessen oder ein Buch zu lesen. Das geht natürlich nur, weil der Eintritt zum Museum, genau wie zu allen die zum Smithsonian Institute gehören, kostenlos ist.
Nach der Kunst waren wir recht unschlüssig, was wir als nächstes sehen wollten. Also haben wir uns auf die Räder geschwungen und wollten die Stadt erkunden. Im Nachhinein war der geniale Plan am ersten Tag die grossen Sehenswürdigkeiten zu Fuss zu erkunden nicht unbedingt die klügste Idee gewesen. Mit den Fahrrädern sind wir die Strecke mehrmals gefahren und waren immer noch schneller. Auf unserer Tour haben wir diverse Helden und Präsidenten Monumente besucht oder eher zufällig gefunden. Washington ist so gepflastert mit bedeutenden Werken, dass es so gut wie unmöglich ist, an keinem Monumente vorbeizukommen. Am ehesten bleiben da nicht die grossen Figuren im Kopf, sondern die kleinen. Für Roosevelt gab es mehrere Wände mit Statuen. An der einen Seite war Eleanor alleine zu sehen, dann kam eine grosse Wand und erst auf der anderen Seite war Roosevelt mit einem kleinen Schnauzer an der Seite. Der Hund war witzig Eine angenehme Abwechslung zu all den bedeutungsschweren Sehenswürdigkeiten.
Gegen Abend sind wir dann mit unserem Gepäck zum grossen Wohnhaus gekommen und mussten erst den Hausdrachen am Empfang meistern. Wir sollen uns doch bitte unten hinsetzen, bis der Mieter der Wohnung uns abholt, oder am Empfang anruft. Dafür war die Wohnung aber gigantisch. Riesiges Wohn- und Esszimmer mit gigantischem Fernseher und ein grosses Schlafzimmer. Und vor allem für den Hasen sehr wichtig: eine Kaffeemaschine in der Küche!!! Beim Rausgehen haben wir dann entdeckt, warum die Frau am Empfang so missmutig war. Sie war sich wohl der absoluten Sinnlosigkeit ihrer Aufgabe bewusst. An der Vorderseite des Hauses sitzt sie am grossen Empfang, und jeder der reinkommt muss entweder einen eigenen Schlüssel haben, oder ein Mieter muss bei der guten Frau anrufen damit sie einen durchlässt. Die Hintertür des Hauses hingegen, lässt sich hingegen nach Belieben öffnen und schliessen ohne das jemand dort kontrolliert.
Zum Abendessen ging es dann wieder nach Georgetown. Das Viertel war am Sonntag schon um einiges ruhiger als am Tag zuvor. Der Cupcake Laden hatte schon geschlossen und wir sind in einem Restaurant gelandet, in dem ich ein tolles (und vor allem grosses) Lamm Steak mit Oliven und getrockneten Tomaten gegessen habe und der Hase einen Teller voll Spare Ribs bekommen hat. Zur Vorspeise gab es noch für jeden einen Fisch Taco. So toll. Wir sind an dem Abend gut gesättigt nach Hause gerollt.
Am nächsten Tag haben wir uns entschlossen erstmal die Waschmaschine zu nutzen um nicht wie in Philadelphia mit Handwäsche abzumühen. In der Zwischenzeit wollten wir zum Frühstück nach Georgtown um nicht den gleichen Fehler wie am Tag zuvor zu machen. Zehn nach zehn, also kurz nach Ladenöffnung standen wir im berühmten Cupcake-Laden und hatten nur ca 10 Leute vor uns. Nachdem wir drei Cupcakes gekauft haben ist uns klar geworden, dass wir eigentlich erstmal was herzhaftes brauchen. Also nochmal durch Georgtown gestiefelt, um festzustellen, dass die ganze coole Ecke zwar viel für den Abend bietet, aber eher wenig fürs Frühstück. Erst am absoluten Rand der Hipster Zone gab es etwas für uns. Nach Sandwich, Kaffee und O Saft war ich dann bereit, mich auf eine Parkbank zu setzen und mein Cupcake zu essen. Mächtig aber lecker.
Dann heim zum Wäsche aufhängen. Der Plan für den Tag: keine Sehenswürdigkeiten und alles etwas entspannt angehen zu lassen…be water… in die Stadt fahren und ein bisschen in den Geschäfte umschauen. Eventuell neue Schuhe für den Hasen kaufen.
Wir waren in irgendeinem großen Kaufhaus, allerdings waren wir recht schnell übersättigt. Der ganze Aufbau des Gebäudes unterschied sich nicht nennenswert vom Kaufhof in Deutschland. Daher entschieden wir uns recht schnell, dass wir unsere Zeit anders sicher besser nutzen konnten. Einen Vorteil hatte der Abstecher ins Kaufhaus jedoch: wir sind so einem heftigen Gewitter entkommen.
Anschliessend sind wir nach China Town gefahren, um nach einigem Suchen einen Laden zu finden, indem es Dumplings gab. Nicht nur das! Die Dumplings wurden vorne neben dem Eingang frisch zubereitet. Der Laden sah von aussend nicht überragend gemütlich aus, eher wie ein typischer Imbis in China. Unx genauso hates geschmeckt. Entsprechend hingen im Lokal Kopien der Gastro-Kritiken der Washington Post und der New York Times in dutzenden an den Wänden.
Wieder hatten wir Glück und das Gewitter kam und ging während wir im Trockenen sassen. Die nächsten Räder mussten wir gut trocknen, bevor wir draufsteigen konnten. Next stop: Central Station zum Tickets kaufen für den nächsten Tag. Die Tickets hatten wir zwar recht schnell, aber während wir dort waren, gab es den nächsten sehr viel stärkeren Wolkenbruch. Also waren wir gefangen im Bahnhof und verbrachten die Zeit in den Bahnhofs-Einkaufsläden. Als wir weiterfahren konnten, wollten wir noch in einen grossen Supermarkt ein paar Strassen weiter von der Wohnung reingehen. Wenn wir uns nicht beidem Riesen Kreisverkehr am Bahnhof nicht für die falsche Abfahrt entschieden hätten, waren wir wohl auch trockenen Fussen angekommen. So hat es uns an einer Kreuzung so stark erwischt, dass wir innerhalb der einen Minute, die wir gebraucht haben die Räder wegzustellen, komplett durchgenässt waren. An dem Tag hatten wir unser Glück wohl zu sehr ausgereizt.
Nach einer Zwangspause im Café haben wir es zwar zum Supermarkt geschafft, allerdings waren wir nass wodurch einem durch die Klimaanlage noch kälter war. Anstatt also fasziniert durch die Gänge zu flanieren war das Ziel, nur schnell ein bisschen einzukaufen und dann heim zu gehen.
Am nämlich Tag (Dienstag 2.06.) haben wir dann ganz entspannt unsere Sachen zusammengepackt und sind mit der Metro zum Bahnhof / Busbahnhof. Wir hatten gesagt, wir frühstücken auf dem Weg zur Haltestelle, aber hatten nichts tolles gefunden. Direkt oberhalb der Metro Haltestelle haben wir einen Laden gefunden, an dem es Sandwiches hatte und wir nahmen uns etwas zum mitnehmen mit was sich beim Essen als winzig herausstellte.
In der Schlange zum Bus sass ich schon ganz panisch, dass ich in 4,5 h Fahrt verhungern würde, aber wir haben es beide überlebt.














