Mittwoch 27.05.2015 oder let’s start the day with some Gospel

Den Mittwoch haben wir sehr ruhig angehen lassen. Da es am Abend davor sehr spät geworden ist, durfte der Hase entsprechend länger schlafen. Wir hatten uns zu einer Gospel Tour durch Harlem angemeldet und mussten engsprechend um 11:15 am Treffpunkt sein. Daher war der ursprüngliche Plan, früh genug loszugehen um unterwegs in Ruhe frühstücken zu können. Das haben wir dann aber doch nicht geschafft. Wir kamen erst so spät raus, dass wir direkt zum Treffpunkt fahren mussten. Dort hatten wir immerhin eine Viertel Stunde, etwas Essbares zu finden und es zu essen. Ich werde extrem gereizt, wenn ich hungrig bin, deshalb war es auch keine Option, vor der Tour nichts zu frühstücken. Wir hatten da die Wahl zwischen einem Sandwich von Subway und einem Minimarkt-Deli, der etwas heruntergekommen aussah. Die zwei reisenden Tierchen dieses Blogs versuchen irgendwelche Franchise Ketten zu vermeiden. Besser etwas neues probieren. Im Deli (kommt zwar ursprünglich vom Wort Delikatessen, wird aber in Amerika für Sandwich Läden verwendet) haben wir zwei Riesen-Sandwich bekommen. Einmal ein heißes Roastbeef Cheese Sandwich und eins mit Thunfisch. Aus Zeitgründen haben wir uns erstmal nur das Roastbeef Sandwich geteilt. Und das war das absolut beste Sandwich, das wir beide je gegessen haben. Der Hase ist extra nochmal in den Laden, um genau das dem Koch zu sagen, der sich auch entsprechend gefreut hat.

Wir sind dann in einer recht grossen Gruppe zu einem Neubau gebracht worden, in dem eine Kirche versteckt war. Hiervon gibt es leider keine Fotos, weil im Vorfeld gesagt wurde, dass man auf Fotos verzichten soll. Beim Gottesdienst waren zwar mehr Zuschauer als Gemeindemitglieder, aber es wurde trotzdem sehr laut. Ca 10 bis 15 Leute waren als musikalische Begleitung da. Entsprechend wurde viel gespielt, laut gesungen und von allen die Hände in die Luft gehalten. War eine unglaubliche Stimmung. Und bei der Predigt haben wir dann vor allem eins gelernt: „you  have to show up ready…“ „you have to show up……..ready“  in allen Versionen der Betonung, der Pausensetzung und der Lautstärke fiel dieser Satz wohl ca 30 Mal in einer halben Stunde. Den genauen Hintergrund dazu kann ich nicht wiedergeben, einmal ging es darum, dass man schon „ready“ zur Kirche kommen soll um nicht mehr animiert werden muss, ein anderes Mal ging es darum, jeden Augenblick bereit zu sein für das Wunder, das jeden Augenblick kommen kann und danach, dass man bereit sein soll zu helfen. Also eigentlich soll man einfach immer universell „ready“ sein.
Inklusive des ganzen Rahmenprogramms (singen, beten, jeden Besucher einzeln begrüssen indem die entsprechende Nationalität, bzw. bei Amis den entsprechenden Bundesstaat, aufruft, wozu man aufstehen musste und alle geklatscht haben…) ging der Gottesdienst 1,5 h. Anschliessend hat die Kirche Bagels und Wasser verteilt,  bevor man dann eine kleine Tour durch Harlem gemacht haben. Es ging vorbei am Hotel Theresa, in dem in Zeiten der Rassentrennung die Musiker geschlafen haben, nachdem sie im Hilton oder im Waldorf Astoria die Reichen unterhalten haben. Die Bands und Sänger durften zwar dort spielen, mussten dann aber im Harlem übernachten. Vorbei am Apollo Theater, in dem später auch James Brown, Michal Jacksound viele andere gespielt haben und auch vorbei an dem Platz, an dem auch Nelson Mandela nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis eine Rede gehalten hat. Sehr interessant. wenn jemand mal in New York ist, Zeit hat und nicht nur die ganzen bekannten Sehenswürdigkeiten sehen möchte, ist die Gospel Tour  auf jeden Fall zu empfehlen.

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Und wen man anschließend noch Lust hat auf einen kleinen Milk Shake, sollte man einen Abstecher ins Harlem Shake machen. Das heisst wirklich so, kei e Ahnung, ob es was mit dem Lied zu tun hatte oder nicht. Ich hatte den Diner bei Google gesehen, als ich rausgesucht hatte  wie wir zum Trefpunkt gehen sollten. Da es nicht für s Frühstück gereicht hat, wollten wir dort nur einen Shake trinken. Schliesslich hatten wir noch das riesige Thunfisch Sandwich in der Tasche, welches bei Temperaturen von ca 30°C nicht besser wurde. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt im Harlem Shake vorbeizugehen.

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Sowohl der Red Velvet shake als auch der Salted Caramel waren unglaublich lecker. Zwar extrem mächtig, aber wir wollten auch nichts davon wegwerfen.

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Anschliesend haben wir uns in Harlem in einen Park gesetzt, um das Brot zu essen. Irgendwann ist uns aufgefallen, dass in dem kleinen Park und dem Spielplatz ausser uns Touristen kein Weißer war. Es ist schon krass zu sehen, dass es trotz der ganzen Kämpfe um Chancengleichheit Stadtviertel gibt, in denen man keinen Weißen sieht. Genauso wie es in einige Vierteln  nur sehr wenige Schwarze / Farbige / Afroamerikaner bzw. generell Nicht-Weiße gibt. Auch interessant: an einem chinesischen Imbiss vor der Tür ein Schild, auf dem nach einem Tellerwäscher gesucht wird. Allerdings nur auf Spanisch. Da sind die Rollen schon sehr eingefahren.

Wir sind nach dem Essen zu einem Fahrradverleih südlich vom Central Park gefahren und haben uns zwei Räder geholt. Mit denen sind wir dann erst am Central Park hoch und dann den Hudson River runter gefahren. Eigentlich hatten wir die Räder für drei Stunden, aber es hat irgendwann so gedonnert und die Wolken hatten sich schon recht hoch aufgetürmt, dass wir bevorzugt haben die Räder zurück zu bringen. Da es die ganzen Tage vorher immer um die 30°C war, hatte ich recht helle dünne Sachen an, die nass rechtdurchsichtig werden. Da wollte ich sicher nicht nass werden und dann quasi nackt durch New York laufen.

Auf dem Heimweg sind wir dann noch bei einem Whole Foods vorbei, so etwas wie ein überdimensionierter Alnatura Laden. Da wir aber am nächsten Tag weiterfahren wollten, hat es sich nicht gelohnt, gross etwas zu kaufen. So standen wir am Ende mit einen Honig-Reis-Keks/ Cracker an der Kasse, den der Hase schon seit Tagen mal probieren wollte. Die Kassiererin  hat uns dann auch entsprechend komisch angeschaut. Kommentar: Wow, wenn ihr euch dafür anstellt muss das ja ein toller Cracker sein.  🙂

Bevor wir heim gegangen sind gab es dann noch leckere Burger und Cheese Fries.

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